Fachinformationen

Innovative Diagnostik von Dermatomykosen

  • schnell, hochspezifisch und sensitiv
  • Nachweis von bis zu 50 Dermatophyten
  • Speziesidentifikation von 23 pathogenen Dermatophyten und 6 Hefen/Schimmelpilzen
  • genaue Identifikation des Erregers für eine zielgerichtete Therapie
  • Nachweis auch bei begonnener antimykotischer Therapie und Mischinfektion
  • sichere Abgrenzung zu anderen Hauterkrankungen
  • Hinweis auf die Infektionsquelle (z. B. Haustier )

Klinische Bedeutung

Dermatophyten-Arten werden hauptsächlich nach ihrem Vorkommen in antropophile, zoophile und geophile unterteilt. Die Arten Trichophyton, Epidermophyto, Nannizzia, Paraphyton, Lophophyton, Microsporum und Arthroderma werden in diesem neuen Test detektiert. Auch können humanpathogene Hefen und Schimmelpilze wie Candida spec., Scopulariopsis brevicaulis, Fusarium spec. und Aspergilllus fumigatus in Vergesellschaftung mit Dermatophyten spezifiziert werden.

Ca. 70 % aller humanen Dermatophyten-Infektionen gehen von antropophilen Spezies aus:
Trichophyton rubrum befällt Haut und Nägel, nur selten Haare. Er ist weltweit der häufigste Dermatophyt, in weiten Teilen Europas ist er zu 90 % der Erreger der Tinea unguium. T. interdigitale ist der zweithäufigste Dermatophyt in Deutschland. T. tonsurans wird bei Kindern in USA, vermehrt auch in Großbritannien und Deutschland gefunden. Die Ansteckung erfolgt häufig über Turnmatten. In Kindergärten und Schulen in Deutschland und in der Schweiz findet man wieder T. audouinii, welcher aus Afrika eingeschleppt wurde. T. schoenleinii verursacht den Favus, der mit einer Entzündung der Kopfhaut mit Bildung charakteristischer Krusten und irreversiblem Haarausfall einhergeht. Der Erreger wird heute in Nordafrika und Kleinasien (Iran, Türkei ) gefunden. Weitere Arten sind vorrangig in Afrika endemisch.

Zoophile Dermatophyten verursachen bei Menschen häufig starke Entzündungsreaktionen. T. verrucosum (Erreger der Kälberflechte) kann eitrige Entzündungen auslösen, die auch tiefer ins Gewebe eindringen und zu Narbenbildung führen können. Infektionen mit Microsporum canis wird von Katzen übertragen und führen zu Tinea capitis und Tinea corporis. Die Übertragung zoophiler Dermatophyten auf den Menschen erfolgt über engen Kontakt zu Haustieren, die wiederum asymptomatisch sein können.

Geophile Dermatophyten verursachen seltener eine Erkrankung bei Menschen. Infektionen mit Nannizzia gypsea können bei Gärtnern oder Landarbeitern zu Infektionen an Händen und Armen führen.

Hefen und Schimmelpilze profitieren häufig von einer Vorschädigung der Haut oder des Nagels durch eine Dermatophyten-Infektion. Die Candidose der Haut betrifft vor allem die intertrigonösen Stellen der Hautfalten. Hefepilze können die Nagelfalz sowie den Spaltraum unter dem Nagel befallen. Fingernägel sind häufiger betroffen als Fußnägel.

Schimmelpilze können auch als Primärerreger von Nagelmykosen auftreten, wobei Fußnägel häufiger betroffen sind als Fingernägel. Hautpilzinfektionen zählen weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten mit hoher Rezidivrate, Tendenz steigend.

Das Erscheinungsbild einer Dermatomykose ist sehr heterogen und nicht immer eindeutig von anderen Dermatosen, wie Ekzemen, Psoriasis, Erysipel oder Autoimmunerkrankungen wie Lichen ruber planus zu unterscheiden. In 5 bis 15 % der Onychomykose-Fälle handelt es sich um eine Mischinfektion von Dermatophyten mit Hefe- und Schimmelpizen. Auch eine gleichzeitig bakterielle Infektion der geschädigten Haut, eine Vorbehandlung mit corticosteroidhaltigen Präparaten oder sekundäre Kontaktallergie erschweren es, eine Dermatomykose zu erkennen.

Eine Dermatomykose bedarf immer einer Behandlung. Vor Beginn einer Therapie sollte ein positiver Erregernachweis vorliegen. Bei multiplen Infektionen kann es während der Therapie zu einem Wechsel des primären Erregers und zu einem scheinbaren Therapieversagen kommen. Dies ist insbesondere bei der Behandlung von Nagelpilzinfektionen zu beachten. Die unterschiedlichen Wirkspektren von Antimykotika sind zu berücksichtigen.

Die Labordiagnostik umfasst herkömmlicherweise den mikroskopischen Pilznachweis und den Versuch der Anzucht des Erregers aus klinischem Material. Eine vor der Probenahme begonnene antimykotische Therapie kann die Anzucht verhindern oder erschweren, da die Vorschädigung das Wachstum der Zellen noch verlangsamt. Insbesondere bei Mischinfektionen von Erregern des DHSSystems kommt es mit Kulturmethoden häufig zu falschen Befundungen, da langsam wachsende Spezies überwuchert oder übersehen werden.

Der EUROArray Dermatomycosis kombiniert eine Multiplex-PCR mit einem Microarray. Dadurch lässt sich in einem einzigen Ansatz einer von vielen verschiedenen Erregern identifizieren – Vorraussetzung für eine unverzügliche zielgerichtete Therapie und für eine schnelle Ermittlung der Infektionsquelle.

Hintergrund

Der Test beruht auf dem qualitativen molekulardiagnostischen In-vitro-Nachweis von den nachstehend aufgelisteten Dermatomykose-Erregern auf Basis von DNA-Präparationen von Haut-, Haar-, Nagel- oder Kulturmaterial. Der EUROArray Dermatomycosis-Test kombiniert eine Multiplex-PCR mit einem Microarray, wodurch sich in einem einzigen Ansatz viele verschiedene Erreger identifizieren lassen.
Dies ist die Voraussetzung für eine wirksame Therapie und für die schnelle Ermittlung der Infektionsquelle. Zusätzlich können Mischinfektionen besser erkannt werden.

Folgende Dermatomykose-Erreger können nachgewiesen werden

Dermatophyten:
  • Trichophyton tonsurans
  • Trichophyton equinum
  • Trichophyton interdigitale
  • Trichophyton mentagrophytes
  • Trichophyton quinckeanum
  • Trichophyton schoenleinii
  • Trichophyton simii
  • Trichophyton concentricum
  • Trichophyton bullosum
  • Trichophyton benhamiae
  • Trichophyton erinacei
  • Trichophyton verrucosum
  • Trichophyton eriotrephon
  • Trichophyton rubrum
  • Trichophyton violaceum
  • Epidermophyton floccosum
  • Microsporum canis
  • Microsporum audouinii
  • Microsporum ferrugineum
  • Nannizzia fulva
  • Nannizzia gypsea
  • Nannizzia incurvata
  • Nannizzia persicolor
Hefen/Schimmelpize:
  • Candida albicans
  • Candida parapsilosis
  • Candida guilliermondii
  • Fusarium solani
  • Fusarium oxysporum
  • Scopulariopsis brevicaulis

Leider ist der molekularbiologische Dermatophytennachweis keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherungen. Deshalb muss er als Indivuduelle Gesundheitsleistung angefordert werden.

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PKV 93,84 € (Ziffern 4780, 4783 zzgl. Auslagen)

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