Fachinformationen

Screening auf Gestationsdiabetes

Neue Regelung zu Erstdiagnostik des Diabetes bei Schwangeren
Änderung der Mutterschaftsrichtlinien zum 3.3.2012>

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

seit 3. März 2012 ist der Beschluss zum Screening auf Gestationsdiabetes zwischen der 25. und 28. SSW in Kraft. Jede Schwangere hat per Gesetz Anspruch auf dieses Screening.
Die zweistufige Diagnostik ist durch den gemeinsamen Bundesausschuss festgelegt worden.
Es wird zunächst ein „Vortest“ durchgeführt, ist dieser auffällig, folgt der „Diagnosetest“.

Zur Abrechnung:
Im aktuellen Rundschreiben der KV Niedersachsen vom März 2012 wird eine eigene EBM-Zifffer für das Screening auf Gestationsdiabetes angekündigt. Im Rundschreiben heißt es wörtlich:

„Bis zur Vorlage einer entsprechenden Gebührenordnungsnummer im EBM ist das Screening
auf Gestationsdiabetes der Schwangeren privat in Rechnung zu stellen. Die Schwangeren
können sich die Kosten im Rahmen des Erstattungsverfahrens nach § 13 Abs. 3 SGB V von ihren Krankenkassen erstatten lassen.“

Dieses logistische Vorgehen muss den Schwangeren natürlich erklärt werden. Ein Merkblatt dazu
soll in der Bezirksstelle der KV erhältlich sein. Zusammengefasst:

Gesetzlich verankert ist:

       - der Anspruch auf das Screening, das zweistufig ist (Vortest und evtl. Diagnosetest)
       - der Referenzbereich, der festlegt, wann der Gestationsdiabetes diagnostiziert ist
       - als Material ist Venenblut zu verwenden, Kapillarblut ist verboten

Nicht gesetzlich verankert, sondern
in Leitlinien (der Deutschen Gesellschaft für Diabetes DGD und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe DGGG) ist die Art des Transportröhrchens beschrieben: es soll als Stabilisator Citrat/Citrat-Puffer bzw. D-Mannose enthalten. Natriumfluorid ist nicht empfohlen.
Diese Leitlinie ist leider aus sehr wenig Studienmaterial entstanden.

Die Firma Sarstedt hat Ende März die neue Monovette GlucoEXACT (mit grauem Schraubverschluss) auf den Markt gebracht.
Ob Sie in Ihrer Praxis Natriumfluorid oder die neue Monovette GlucoEXACT verwenden, entscheiden Sie selbst.

Bei GlucoEXACT sind folgende Regeln zu beachten:

  1. GlucoEXACT muss vollständig gefüllt werden. Unterfüllung gibt falsche Messwerte.
  2. GlucoEXACT darf nur für Schwangere verwendet werden.
  3. Nach der Blutentnahme muss GlucoEXACT dreimal gut geschwenkt werden.

Die GlucoEXACT-Monovette kann ab sofort in kleinen Mengen im Labor angefordert werden.

Durchführung des Screenings auf Gestationsdiabetes nach dem Beschluss des G-BA vom 15.12.2011, in Kraft getreten am 3.3.2012:

Vortest: die Patientin muss nüchtern sein, sie trinkt ein Glas Wasser mit 50 g Zucker
nach 1 Std. Blutentnahme:

- Glukosewert < 135 mg/dl:     Test abgeschlossen.

- Glukosewert ab 135 mg/dl:  „Diagnosetest“ folgt

Diagnosetest: die Pat. muss seit 8 Std. nüchtern sein, sie trinkt ein Glas Wasser mit 75 g Zucker
Blutentnahme nüchtern Glukosewert <   92 mg/dl
Blutentnahme nach 1 Std. Glukosewert < 180 mg/dl
Blutentnahme nach 2 Std. Glukosewert < 153 mg/dl

       Ist einer der drei Werte überschritten, lautet die Diagnose „Schwangerschaftsdiabetes“.

Auftrag an die Partnerschaftspraxis für Screening auf Gestationsdiabetes:

Führen Sie das Screening durch.
Die Partnerschaftspraxis bietet Ihnen sowohl GlucoEXACT-als auch NaF- Monovetten an.

Da zur Zeit noch keine Gebührenordnungsziffer im EBM existiert, hat die Patientin diese Leistung
privat zu zahlen, sowohl die Durchführung des Tests in der Praxis als auch die Messung im Labor.

Bitte senden Sie die Proben daher als Privatauftrag ein und informieren Sie die Patientin, dass die
gesetzliche Kasse das Geld erstattet.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Dr. Samady

Unsere Öffnungszeiten

Mo., Di. und Do. 08:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Mi. und Fr. 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Unsere Blutentnahmezeiten

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