Fachinformationen

Blutentnahme und NSV

Blutentnahmen sind ärztliche Leistungen, die wir an medizinisches Fachpersonal delegieren können. Die Verantwortung bleibt jedoch immer beim Arzt.

Um Nadelstichverletzungen (NSV) vorzubeugen, sollten folgende Maßnahmen getroffen werden:

  • Die Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe TRBA 250 schreiben eine sichere Blutentnahmetechnik vor.
  • Am Blutentnahmeplatz sollten die Vorgaben, nach denen gearbeitet werden muss, schriftlich ausgehängt werden.
  • Das Personal soll regelmäßig geschult werden (mind. 1x jährlich), die Schulung
    ist zu dokumentieren.
  • Immer wieder sollte man sich davon überzeugen, dass bei der Blutentnahme auch
    alles so gemacht wird, wie es vorgeschrieben ist.

Ereignet sich dennoch eine NSV, so gelten die Regeln, die die Berufsgenossenschaft für
Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) festgelegt hat. Auch bei Verletzungen von
medizinischem Personal bei anderen Eingriffen als der Blutentnahme sollen diese Regeln beachtet werden.
Es handelt sich um das Regeluntersuchungsprogramm nach Stich- und Schnittverletzungen.

Das Regeluntersuchungsprogramm der BGW legt die zeitlichen Maßnahmen nach einer NSV
beim Verletzten fest. Dieses sind Blutuntersuchungen und in besonderen Fällen auch eine
Frühtherapie.
Es handelt sich dabei um die Gefährdung für eine Infektion mit Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV.
Den Hepatitis B – Titer seines Personals sollte man schnell zur Hand haben können.
Zur Erinnerung: HBc-AK ist der Parameter vor Impfung (nur pos.,wenn Infektion durchgemacht
wurde) und HBs-AK Titer ist der Parameter nach Hepatitis B – Impfung.

Das Regeluntersuchungsprogramm ist ein Kompromiss aus wissenschaftlichen, ökonomischen und pädagogischen Gründen.
Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Transaminasen, einer PCR, etc. wurde als ungünstig angesehen, die BGW trägt daher diese Kosten nicht.
Dieses ist wichtig, da Laboranforderungen aufgrund einer Nadelstichverletzung keine Kassenleistungen sind.
Die Untersuchung des Indexpatienten darf nur mit seinem Einverständnis erfolgen und beinhaltet immer noch die Unsicherheit des diagnostischen Zeitfensters.

So sollte im Falle einer NSV vorgegangen werden:

  • Informieren Sie sich, ob beim Indexpatienten Besonderheiten in der Anamnese
    bzgl. Hepatitis B, C oder HIV bekannt sind.
  • Informieren Sie sich über den Impfstatus bzgl. Hepatitis B des Verletzten.
  • Machen Sie eine Gefährdungsbeurteilung!
  • Fordern Sie Labor nach dem Regeluntersuchungsprogramm an.
    (Im einfachsten Fall nur Antikörper gegen Hepatitis C und HIV:
    sofort, nach 6, 12 und 26 Wochen)
  • Melden Sie die NSV bei der BGW

Wenn Sie den verletzten Mitarbeiter zu einem D-Arzt schicken, machen Sie sicher nichts verkehrt, der D-Arzt muss aber alle nötigen Informationen bekommen.

Sie können sich das Regeluntersuchungsprogramm unter www.bgw-online.de herunterladen.

Dieser Fachinformation liegt eine Kopie des Regeluntersuchungsprogrammes bei sowie auch
ein Musterbogen „Notfallplan – Blutabnahme“, den Sie über Ihren Blutentnahmeplatz hängen können;
oder Sie können sich entsprechend ein eigenes Infoblatt entwerfen.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Dr. med. Grüter                gez. Dr. med. Samady                 gez. Dr. med. Groß

Unsere Öffnungszeiten

Mo., Di. und Do. 08:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Mi. und Fr. 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Unsere Blutentnahmezeiten

Mo. bis Fr. 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Flaschenabgabe Wasserlabor

Mo. bis Mi. 08:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Kontakt

Partnerschaftspraxis für Laboratoriumsmedizin
und Mikrobiologie

Tel 05151 / 95 30 0
Fax 05151 / 95 30 5000

info@nordlab.de
www.nordlab.de