Fachinformationen

EHEC - Gehäuftes Auftreten von Enterohämorrhagischem E. coli (EHEC) in Norddeutschland!

Die Lage:
Während im Jahr 2010 eine Gesamtzahl von 65 HUS-Fällen durch EHEC in ganz
Deutschland gemeldet wurde, wurde seit der zweiten Maiwoche fast dieselbe Anzahl von
Erkrankungsfällen in Norddeutschland erreicht. Schwerpunkt der Epidemie war bislang
Hamburg, es werden aber auch viele Erkrankungs- und Verdachtsfälle in Niedersachsen
beobachtet. Es sind besonders viele schwere Erkrankungsverläufe mit z. T. intensivpflichtigen
Patienten zu verzeichnen. Bei dieser Epidemie sind besonders häufig Erwachsene, meist
Frauen betroffen.

Der Erreger:
Escherichia coli ist wichtiger Bestandteil der gesunden Darmflora. Pathogene Stämme dieses
Erregers können jedoch das Shiga-like-Toxin bilden und dadurch eine meist blutige Diarrhoe
verursachen (Enterohämorrhagischer E. coli). Eine gefürchtete Komplikation einer solchen
Infektion, v. a. bei Kleinkindern stellt das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) dar. Es
geht mit Nierenschädigungen einher und kann zum Tode führen.

Übertragungswege:
Bislang konnte die Infektionsquelle noch nicht gefunden werden. Da die klassischen
Übertragungsvektoren (unzureichend gegartes Rindfleisch und unpasteurisierte
Rohmilchprodukte) in diesem Fall weitgehend ausgeschlossen werden konnten, wird von
den Gesundheitsbehörden vermutet, dass die Übertragung über ungewaschenes Gemüse
erfolgt. Durch die sog. „Kopfdüngung“ von Gemüsepflanzen mit tierischem Kot kann es zu
einer Übertragung von EHEC-Bakterien auf den Menschen gekommen sein. Daneben kann es
auch durch das Baden in Gewässern bei Verunreinigung mit Entenkot zur Übertragung
kommen. Eine große Rolle spielt schließlich auch die Übertragung von Mensch zu Mensch
als Schmierinfektion, insbesondere durch Handkontakt.

Empfohlene Vorbeugungsmaßnahmen:

  • Händewaschen nach dem Toilettengang, vor der Essenzubereitung, nach Tierkontakt!
  • Lebensmittel tierischer Herkunft nicht roh verzehren, keine unpasteurisierten
    Milchprodukte verwenden!
  • Auftauwasser sofort beseitigen, Arbeitsflächen gründlich reinigen!
  • Gemüse und Salat vor der Zubereitung als Rohkost gründlich putzen und waschen!

Vorgehen bei Verdachtsfällen:
Anfangs verursacht eine EHEC-Infektion meist wässrige Durchfälle, häufig mit
Bauchkrämpfen. Es besteht eine Meldepflicht auch für Verdachtsfälle von HUS nach § 6
IfSG für den behandelnden Arzt!

Informationen zur Diagnostik:
Goldstandard der Diagnostik ist der molekulargenetische Nachweis der Toxingene mittels
PCR. Als bisher einziges niedergelassenes Labor in Niedersachsen führen wir bei jeder
Anforderung auf „pathogene Keime“ aus jeder Stuhlprobe immer auch eine PCRUntersuchung
auf EHEC durch! Eine besondere Anforderung auf EHEC ist daher nicht
erforderlich! Wir können Ihnen diese Diagnostik in der Regel bis zum nächsten Werktag aus
einer einfachen Stuhlprobe anbieten. Im Falle eines Nachweises übernehmen wir die
Erregermeldung nach § 7 IfSG. Sie können die Ausnahmeziffer 32006 verwenden, durch die
Ihr Laborbudget nicht belastet wird!

Unsere Öffnungszeiten

Mo., Di. und Do. 08:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Mi. und Fr. 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Unsere Blutentnahmezeiten

Mo. bis Fr. 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Flaschenabgabe Wasserlabor

Mo. bis Mi. 08:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Kontakt

Partnerschaftspraxis für Laboratoriumsmedizin
und Mikrobiologie

Tel 05151 / 95 30 0
Fax 05151 / 95 30 5000

info@nordlab.de
www.nordlab.de