Fachinformationen

Tuberkulose – Screening mit QuantiFERON R – TB Gold in Tube

Seit einigen Jahren haben sogenannte „Interferon-Gamma-Release-Assasys“ die Diagnostik der Tuberkulose signifikant verbessern können. In der Routinediagnostik werden vor allem zwei kommerzielle Testsysteme verwendet: der „Elispot“ der Firma AID Diagnostika GmbH sowie der „Quantiferon TB-Gold-Test“ der Firma Cellestis GmbH. Vor allem der Quantiferon-Test wird wegen seiner einfachen praktischen Handhabung in der klinischen Routinediagnostik bevorzugt.

Das Testprinzip besteht in der quantitativen Messung der Interferon-Gamma-Ausschüttung nach Stimulation der Patienten-Lymphozyten mit Mycobacterium tuberculosis-spezifischen Antigenen.

Die Vorteile dieses Testprinzips gegenüber den konventionellen Hauttesten (z.B. Tine-Test oder Mendel-Mantoux) bestehen vor allem in den folgenden Punkten:

  1. keine falsch positive Reaktion des Testes bei Zustand nach BCG-Impfung
  2. kein falsch positives Ergebnis bei Infektion mit atypischen Mykobakterien
  3. kein zweiter Arztbesuch zur Ablesung des Ergebnisses erforderlich
  4. höhere Zuverlässigkeit des Testergebnisses auch bei immunsupprimierten Patienten

Insgesamt besitzt der Quantiferon-Test zur Diagnostik einer aktiven Tuberkulose nach Studien der Herstellerfirma eine höhere diagnostische Sensitivität (89,0% vs. 76,0%) und Spezifität (99,2% vs. 67,9%) als der Hauttest. Im Hinblick auf die Entwicklung einer aktiven Tuberkulose nach Exposition zeigte der Quantiferon-Test einen wesentlich höheren positiven prädiktiven Wert als der Hauttest 14,6% vs. 2,3% [Diel et al. Am J Resp Crit Care Med 2008]

Aufgrund dieser überzeugenden Datenlage wurde für den Quantiferon-Test zum 1. Januar 2011 die neue Abrechnungsziffer 32670 im EBM (58 Euro)geschaffen, so dass von nun an eine Verordnung dieser Untersuchung bei gesetzlich Versicherten im ambulanten Bereich möglich ist.

Die Durchführung des Quantiferontestes ist allerdings bestimmten Indikationen vorbehalten:

  • chronisch-entzündliche, immunmodulierende Erkrankungen vor Erstgabe von TNF-alpha-Inhibitoren
  • HIV-Infektion vor Therapieentscheidung einer behandlungsbedürftigen Infektion mit Mycobacterium tuberculosis
  • Chronische Niereninsuffizienz vor Einleitung einer Dialysebehandlung
  • Vor Durchführung einer Organtransplantation

Der Quantiferontest darf zu Lasten der GKV weder zum Ausschluss einer aktiven Tuberkulose, noch als Umgebungsuntersuchung von Kontaktpersonen eingesetzt werden.

Material: 3 Spezialröhrchen mit jeweils 1 ml Vollblut gefüllt
Das Material für den Quantiferontest kann im Labor angefordert werden
Durchführung:

Das Blut wird abgenommen und in die 3 Spezialröhrchen gefüllt
Diese Röhrchen müssen taggleich ins Labor!

Ist dieses nicht möglich, müssen die Röhrchen 24 Stunden in einen Brutschrank gestellt werden.Am besten bei der Materialbestellung das Vorgehen im Labor erfragen.

Hameln, den 04.07.2011

gez. Dr. Ludwig Grüter         gez. Dr. Andrea-M. Samady       gez. Dr. Hans-Martin Groß

Unsere Öffnungszeiten

Mo., Di. und Do. 08:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Mi. und Fr. 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Unsere Blutentnahmezeiten

Mo. bis Fr. 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Flaschenabgabe Wasserlabor

Mo. bis Mi. 08:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Kontakt

Partnerschaftspraxis für Laboratoriumsmedizin
und Mikrobiologie

Tel 05151 / 95 30 0
Fax 05151 / 95 30 5000

info@nordlab.de
www.nordlab.de