Fachinformationen

Calprotectin im Stuhl – der Entzündungsparameter im Darm

Calprotectin ist ein wichtiger Bestandteil des Zytoplasma der Polymorphkernigen Granulozyten (PMN). Es soll bis zu 60% der im Zytosol der Granulozyten gelösten Proteine ausmachen. Die biologische Bedeutung ist nicht abschließend geklärt. Eine Funktion ist die intrazelluläre Bindung von Calcium und Zink, vermutlich zum Schutz der Zelle vor eigenen, leukozytären und bakteriellen, abdauenden Enzymen. Außerdem wird als Folge der Zinkbindung eine direkte antibakterielle Wirkung durch Inaktivierung von mikrobiellen, lebenswichtigen Enzymen und Einleitung der Apoptose angenommen.

Calprotectin im Stuhl ist ein direktes Maß für die Chemotaxis-getriggerte Einwanderung der Granulozyten ins Darmlumen, und damit ein semiquantitativer Marker eines zellulären entzündlichen Prozesses. Bei starken Granulozyteneinwanderungen kann der Referenzwert um das 10- bis 20-fache, gelegentlich noch weiter überschritten werden.

Da Calprotectin von der unspezifischen zellulären Immunabwehr abstammt, hat es keine Spezifität bzgl. der verursachenden Grunderkrankung, sondern zeigt generell das Vorhandensein und das Ausmaß einer Entzündung an. Dementsprechend kommen verschiedene Anwendungen in Frage:

  • akut entzündliche Prozesse,
  • Tumorsuche („kein Tumor ohne Entzündung“),
  • Aktivitätsmonitoring bereits bekannter, chronischer entzündlicher Erkrankungen wie z. B.
    Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Nahrungsmittelallergien
  • Differenzialdiagnose zum Colon irritabile bzw. funktionellen Beschwerden
  • Infektiöse Enteritis

Bei behandelten Patienten dient die Calprotectin-Bestimmung der objektivierten Dokumentation eines Therapieerfolgs und der Überwachung im symptomfreien Intervall, um rechtzeitig ein Rezidiv zu erkennen und womöglich schon früh einzudämmen.

Anforderung und Material:

  • Als Untersuchungsmaterial wird eine bohnengroße Stuhlprobe benötigt.
  • Das fäkale Calprotectin ist sehr stabil und auch ungekühlt mindestens eine Woche haltbar.
  • Zur Vermeidung falsch-positver Ergebnisse ist ein Ausschluss einer infektiösen Ursache anzuraten(Stuhluntersuchung auf enteropathogene Erreger)

Hameln den 28.09.2010

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