Fachinformationen

NDM-1-bildende, gramnegative Bakterien NLGA Hannover gibt Entwarnung für Niedersachsen

Aus Belgien und Großbritannien wird aktuell über den Nachweis besonderer Resistenzgene bei Bakterien der Arten Escherichia coli (E. coli) und Klebsiella pneumoniae berichtet.
Die dadurch bedingte Resistenzeigenschaft wird als NDM-1-Bildung bezeichnet, wobei NDM für „Neu-DelhiMetallo-Beta-Laktamase\" steht. Es handelt sich um eine spezielle Form der Multiresistenz bei gramnegativen Erregern, so dass im Fall einer behandlungsbedürftigen Infektion nur noch ganz wenige Antibiotika wirksam sind. Es wird angenommen, dass die entsprechenden Erreger aus Pakistan oder Indien importiert wurden. Allerdings handelt es sich bei diesen Resistenzen für Europa keineswegs um ein völlig neues Phänomen, da Stämme mit identischen Resistenzeigenschaften schon seit längerem bekannt sind.
Dennoch muss die weitere Entwicklung sorgfältig beobachtet werden.

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt hat mit ARMIN (Antibiotika-Resistenz-Monitoring in Niedersachsen) ein Überwachungssystem für Antibiotikaresistenzen etabliert. Dabei kooperiert es mit mikrobiologischen Laboratorien – u.a. auch mit unserer Partnerschaftspraxis in Niedersachsen.
Im Rahmen dieses Überwachungssystems wird das Resistenzverhalten von allen dort getesteten E. coli und Klebsiella pneumoniae-Bakterien an das NLGA übermittelt. Auf diese Weise wird auch das Auftreten einer derartigen Multiresistenz erkannt.
Seit der Etablierung des Systems im Jahr 2006 wurde ein entsprechendes Resistenzmuster in den teilnehmenden Laboren allerdings nicht registriert. Infektionen durch multiresistente Erreger stellen bekanntermaßen weltweit eine der größten infektiologischen Herausforderungen dar.
Das Hygienemanagement derartiger Keime entspricht in der Regel den Maßnahmen, die bei anderen multiresistenten gramnegativen Erregern durchgeführt wird.
Über den gesamten Zeitraum wurden 14 E.coli registriert, die gegenüber Imipenem resistent waren (unter 35 415 Testungen). Gegenüber Meropenem waren 4 E.coli resistent (31.464 Testungen), allerdings lag keine gleichzeitige Resistenz gegenüber beiden Antibiotika vor. Eine Resistenz gegenüber Ertapenem wurde in einem Fall beobachtet (dieses Antibiotikum wurde mit 843 Testungen allerdings deutlich seltener getestet).
Unter E.coli-Nachweisen, die eine Cefotaxim-/Ceftazidim-Resistenz aufwiesen, trat in 8 Fällen eine Resistenz gegenüber Imipenem (1.703 Testungen) und in einem Fall eine Meropenem-Resistenz auf (1.942 Testungen). Ertapenem war in allen 128 Testungen wirksam.
In den vier Beobachtungsjahren wurden 4 Klebsiella pneumoniae beobachtet, die gegenüber Imipenem resistent waren (unter 6.269 Testungen), ebenfalls 4 Klebsiella penumoniae waren gegenüber Meropenem resistent (5.733 Testungen). In einem Fall lag eine gleichzeitige Resistenz gegenüber Imipenem und Meropenem vor. Ertapenem war unter 198 Testungen immer wirksam.

Insgesamt ergab sich im Beobachtungszeitraum kein Nachweis von E.coli oder Klebsiella penumoniae mit einer Resistenz sowohl gegen Imipenem und Meropenem als auch gegen Cefotaxim/Ceftazidim. Daraus leiten wir zunächst die Schlussfolgerung ab, dass sich unter den von Ihnen nachgewiesenen Enterobakterien bisher kein NDM-1-Bildner befand.

Hameln den 28.09.2010

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