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PDF Präanalytik

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Praktische Hinweise zur Präanalytik

Stand 06.2015

1. Allgemeine und organisatorische Hinweise

1.1. Abnahme- und Versandgefäße

1.2. Probenkennzeichnung
1.2.1. Allgemein
1.2.2. Funktionstest
1.2.3. Blutgruppenserologische Untersuchungen

1.3. Anforderungsscheine

1.3.1. Auf dem Anforderungsschein muss vermerkt sein
1.3.2. Tabelle der EBM-Ausnahmekennziffern
1.3.3. Anforderungsscheine zu speziellen Fragestellungen

1.4. Prüfung der Proben in der Probenannahme

1.4.1. Kommentare bei nicht / vorbehaltlich durchführbarer Analysen
1.4.2. Typische Fehler bei der Entnahme
2. Gewinnen von Untersuchungsmaterial

2.1.Allgemeine Hinweise für die Gewinnung von Untersuchungsmaterial


2.2. Blutentnahmen

2.2.1. Venenblutentnahme unter Standardbedingungen
2.2.2. Abnahmereihenfolge
2.2.3. Kapillarblutentnahme
2.2.4. Gewinnen von Serum, Plasma, Citrat-, EDTA-, Fluorid-, Heparinblut

2.3. Einfluss auf die Blutentnahme

2.3.1. Tageszeitliche Schwankungen
2.3.2. Weitere Einflussfaktoren auf die Blutentnahme (Auswahl)

2.4. Urinproben

2.4.1. Allgemeines
2.4.2. Gewinnen von Spontanurin
2.4.3. Gewinnen von Sammelurin
2.4.4.Spezielle Vorschriften zur Urinsammlung

2.5. sonstige Proben

2.5.1. Molekularbiologische Methoden
2.5.2. Molekulargenetische Methoden
2.5.3. Arbeits- und umweltmedizinische Untersuchungen
2.5.4. Wasseranalytik
2.5.5. Mikrobiologische Untersuchungen
2.6. Fehler bei der Entnahme

1. Allgemeine und organisatorische Hinweise

1.1. Abnahme- und Versandgefäße

Die Abnahme- und Versandgefäße, sowie für den Postversand geeignete Versandtaschen werden vom Labor zur Verfügung gestellt.
Beim Versand ist zu beachten, dass die Stabilität – insbesondere über das Wochenende – nicht gefährdet wird.
Gefrorene Proben werden in Kühlbehältern ohne Unterbrechung der Kühlkette durch den Fahrdienst ins Labor gebracht.

1.2. Probenkennzeichnung

1.2.1. Allgemein

Die Probengefäße müssen versehen werden mit:

  • Namen
  • Vornamen
  • Geburtsdatum
  • Abnahmetag
  • und wenn notwendig mit Uhrzeit (Funktionsteste, Parameter mit Tagesrhythmik).
  • Eine Kennzeichnung mittels Barcode ist möglich
    Ausnahme: Blutgruppenserologische Untersuchungen; hier müssen Name, Vorname und Geburtsdatum verzeichnet sein!

1.2.2. Funktionstest

Bei Funktionstesten müssen die Proben so beschriftet werden, dass eine eindeutige Zuordnung möglich ist. Entsprechende Hinweise bitte
auf dem Begleitschein vermerken. Bitte überprüfen, ob die Angaben auf den Probengefäßen mit denen auf dem Begleitschein übereinstimmen.

1.2.3. Blutgruppenserologische Untersuchungen

Für immunhämatologische Bestimmungen wie die Ermittlung der Blutgruppe muss nach den gültigen Richtlinien eine eigens für diese
Untersuchung entnommene Probe vorhanden sein.

Auszug aus den „Richtlinien zur Blutgruppenbestimmung und Bluttransfusion“:

  • Das Blutröhrchen muss mit dem Namen, Vornamen und Geburtsdatum des Patienten beschriftet sein, und zwar eindeutig lesbar.
    Der dazugehörige Begleitschein muss vollständig ausgefüllt und von der abnehmenden Person unterschrieben sein.
  • Die Angaben der Patientendaten auf Röhrchen und Begleitschein müssen übereinstimmen.

Schon die Übertragung von wenigen Millilitern inkompatibler Erythrozyten kann ausreichen, um bleibende Schäden oder
sogar den Tod des Patienten zu verursachen.

1.3. Anforderungsscheine

1.3.1. Auf dem Anforderungsschein muss vermerkt sein:

  • Vor-, Nachname, Geburtsdatum, Geschlecht des Patienten
  • Komplette Einsenderangaben
  • Komplette Adresse
  • ggf. Ausnahmekennziffer (siehe untenstehende Tabelle)
  • Unterschrift des Arztes
  • Bei IGeL-Scheinen benötigen wir unbedingt die Unterschrift des Patienten bzw. dessen gesetzlichen Vertreters!!

Durch gezielte Anforderungen mit klinischen und anamnestischen Angaben ist sicherzustellen, dass ausschließlich die
gewünschten Parameter analysiert werden und eine korrekte Interpretation erfolgen kann.

Daher bitte weiterhin vermerken:

  • Einen eindeutigen Untersuchungsauftrag bzw. eine eindeutige Fragestellung
  • Datum und Uhrzeit der Probenentnahme
  • gesicherte oder Verdachts-Diagnose, Erkrankungsbeginn
  • Hinweise auf Vorbefunde
  • wichtige klinische Symptome
  • medikamentöse Therapie
  • ggf. EBM-Ausnahmekennziffer

 1.3.2. Tabelle der EBM-Ausnahmekennziffern:

Kennziffer Beschreibung
32005 Antivirale Therapie der chronischen Hepatitis B oder C mit Interferon und/oder Nukleosidanaloga
32006 Erkrankungen oder Verdacht auf Erkrankungen, bei denen eine gesetzliche Meldepflicht besteht, sofern in diesen Krankheitsfällen
mikrobiologische, virologische oder infektionsimmunologische Untersuchungen durchgeführt werden, oder
Krankheitsfälle mit meldepflichtigem Nachweis eines Krankheitserregers
32007 Vorsorgeuntersuchungen gemäß den Mutterschaftsrichtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen, soweit
die Leistungen nach Kapitel 32 (Laboratoriumsuntersuchungen) abzurechnen sind, oder prä- bzw. perinatale Infektionen
32008 Anfallsleiden unter antiepileptischer Therapie oder Psychosen unter Clozapintherapie
32009 Allergische Erkrankungen bei Kindern bis zum vollendeten 6. Lebensjahr
32010 Achtung: Die Ausnahmekennnummer 32010 wurde zum 1. Juli 2016 durch die KBV ersatzlos gestrichen.
32011 Therapiepflichtige hämolytische Anämie, Diagnostik und Therapie der hereditären Thrombophilie, des Antiphospholipidsyndroms
oder der Hämophilie
32012 Tumorerkrankung unter parenteraler tumorspezifischer Behandlkung oder progrediente Malignome unter Palliativbehandlung
32013 Diagnostik und Therapie von Fertilitätsstörungen, soweit die Laborleistungen nicht Bestandteil der Leistungen nach den
Nrn. 08530 bis 08561 sind
32014 Substitutionsgestützte Behandlung Opiatabhängiger gemäß den Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen
32015 Orale Antikoagulantientherapie
32016 Präoperative Labordiagnostik vor ambulanten oder belegärztlichen Eingriffen in Narkose oder in rückenmarksnaher
Regionalanästhesie
32017 Manifeste angeborene Stoffwechsel- und/oder endokrinologische Erkrankung(en) bei Kindern und Jugendlichen bis zum
vollendeten 18. Lebensjahr oder Mukoviszidose
32018 Chronische Niereninsuffizienz mit einer endogenen Kreatinin-Clearance < 25 ml/min
32019 Erkrankungen unter systemischer Zytostatika-Therapie und/oder Strahlentherapie
32020 HLA-Diagnostik vor und/oder Nachsorge unter immunsuppressiver Therapie nach allogener Transplantation eines Organs
oder hämatopoietischer Stammzellen
32021 Therapiebedürftige HIV-Infektion
32022 Manifester Diabetes mellitus
32023 Rheumatoide Arthritis (PCP) einschl. Sonderformen und Kollagenosen unter immunsuppressiver oder immunmodulierender
Langzeit-Basistherapie

1.3.3. Anforderungsscheine zu speziellen Fragestellungen

Spezielle Anforderungsscheine z. B. für:

  • Vaterschaftsdiagnostik
  • IGeL-Leistungen (Bei Bedarf erhalten Sie von uns eine umfangreiche Info-Mappe
    zu diesem Thema)
  • Spezielle Allergiediagnostik

können bei uns kostenlos angefordert werden.

1.4. Prüfung der Proben in der Probenannahme

1.4.1. Kommentare bei nicht/vorbehaltlich durchführbarer Analysen

Bei der Probenannahme sind wir nach den Vorgaben der Norm gehalten, Kriterien für die Annahme und Ablehnung von Untersuchungsproben
festzulegen. Nach Möglichkeit versuchen wir in derartigen Fällen eine telefonische Klärung, um die gewünschte Untersuchung noch
durchführen zu können. Ggf. erhalten Sie auch ein Fax mit einer entsprechenden Fragestellung. Sollte das Problem nicht zu klären sein, so
erhalten Sie auf dem Befundbericht einen entsprechenden Hinweis/Textkommentar mit der Erläuterung und Hilfen zur Korrektur.
Kommentare bei folgenden Kriterien:

Identifizierung:

  • Probe ist nicht eindeutig gekennzeichnet (Name, Vorname, Geburtsdatum, Barcode).
  • Kennzeichnung von Probe und Anforderungsschein stimmen nicht überein.

Probenmaterial:

  • Das Probenmaterial ist für die angeforderte Untersuchung nicht geeignet.
  • Das Material ist nicht mehr verwertbar (Röhrchen ist zerbrochen oder ausgelaufen).
  • Anforderungsbeleg durch ausgelaufene Probe unbrauchbar gemacht.

Probenqualität:

  • Nach optischer Prüfung entspricht die Probenqualität nicht den geforderten Eigenschaften, z.B.
    → ein nicht ausreichend gefülltes Gerinnungsröhrchen
    → eine vollständig hämolysierte Probe
    → eine durch Triglyceride vollständig getrübte Probe
    → eine geronnene EDTA-Probe zur Blutbildbestimmung

Kritische Transportbedingungen:

  • Die für eine zuverlässige Untersuchung notwendigen Transportbedingungen wurden nicht eingehalten
    (siehe untenstehende Tabellen bzw. Anmerkungen unter den einzelnen Analysen)

Arzt, Helferin, Pflegepersonal → Schein muss unterschrieben sein (siehe Besonderes in der Blutgruppenserologie)

1.4.2. Typische Fehler bei der Entnahme

  • Fehlende oder unzureichende Kennzeichnung der Probe (Name, Vorname, ggf. Geburtsdatum, Zeitpunkt der Entnahme
    bzw. für Anforderungen auf der EDV-Karte entsprechender Barcode mit richtigem Materialcode)
  • Barcode falsch aufgeklebt (an allen Gefäßen in Längsrichtung aufkleben und nicht um die Röhrchen wickeln)
  • Mit Kugelschreiber markierte Laborkarten (bitte NUR mit Bleistift markieren!), keine Markierungen in der Kopfleiste vornehmen
  • Inkomplett ausgefüllte Anforderungsscheine
  • Falsche Vorbereitung des Patienten:
    • Patient ist bei Abnahme von Stoffwechselparametern nicht nüchtern
    • Nahrungskarenz nicht eingehalten (z.B. serotoninarme Kost bei Serotonin- /
      5-HIES-Bestimmungen)
    • Medikationspausen nicht berücksichtigt (z.B. ß-Blocker bei Katecholaminbestimmung)
    • Tagesrhythmik beachten! (siehe Tabelle 2.3.1.)
    • Ruhezeiten vor Blutentnahme bei einigen Parametern werden nicht beachtet; z.B.
      → Cortisol
      → Prolactin
      → Renin
  • Körperlage sollte einheitlich gestaltet werden, um Laborwerte vergleichen zu können
    (verschiedene Hormone, Eiweiß...)
  • Verfälschte Werte durch Desinfektionsmittel (Blutalkohol)
  • Versand von zu geringen Blutmengen (für bestimmte Serummenge doppelte Blutmenge entnehmen
    (z.B. für 2 ml Serum sind 4–5 ml Blut erforderlich)
  • Einfrieren von Vollblut
  • Falsche Materialabnahme, falsches Volumen, falsches Röhrchen
  • Unzulässige Materiallagerung: · zu lange Lagerzeiten
  • falsche Temperaturen
  • Keine ausreichende Durchmischung bei Proben mit gerinnungshemmenden Zusätzen
  • End-to-End-Kapillaren nicht luftblasenfrei entnommen oder Kapillaren unterschiedlicher Entnahmesysteme vertauscht
  • Zu starke Gewebekompression bei Kapillarblutentnahme (Verdünnung durch Extrazellularflüssigkeit)
  • Exakt verwertbare Untersuchungsresultate im 24-h-Sammelurin werden nur erhalten, wenn der Patient genau instruiert ist
    (siehe 2.4.3.)

2. Gewinnen von Untersuchungsmaterial

2.1. Allgemeine Hinweise für die Gewinnung von Untersuchungsmaterial

  • Die Blutentnahme mit einer nicht zu feinen Kanüle durchführen, da ein zu geringer Kanülendurchmesser oder ein zu starker Unterdruck
    bei der Blutentnahme durch Scherkräfte zur Hämolyse und damit zur Störung der Analytik führen kann.
  • Möglichst standardisierte Blutentnahmezeiten einrichten. Einige Parameter weisen eine starke Tagesrhythmik auf (siehe Tabelle 2.3.1.).
  • Unabhängig von den angegebenen Mindestmengen an Material sollten Röhrchen mit Zusätzen (z.B. Antikoagulantien) korrekt gefüllt sein,
    um das exakte Mischungsverhältnis zu erreichen. Weiterhin sollte nach der Entnahme eine sofortige Durchmischung durch mehrmaliges
    Über-Kopf-Schwenken (nicht Schütteln!) erfolgen.
  • Medikamentenspiegel werden i.d.R. als Talspiegel bestimmt, d.h. die Blutentnahme sollte VOR der nächsten Medikamentengabe erfolgen.
    Ausnahmen bilden Spitzenspiegelbestimmungen, wobei der Medikamentenspiegel im allgemeinen 30 min NACH Medikamentengabe
    (beachte auch individuelle Halbwertszeiten!) bestimmt wird (dies bitte auf dem Anforderungsschein vermerken).
  • Proben nicht dem direkten Sonnenlicht aussetzen. Proben mit sehr lichtempfindlichen Analyten (z.B. Bilirubin, ß-Carotin, Pyridinoline im
    Urin, Vitamine) mit Aluminiumfolie umwickeln oder in einen dunklen Umschlag geben.

2.2. Blutentnahmen

2.2.1. Venenblutentnahme unter Standardbedingungen

Jede Blutentnahme bedingt eine Verletzung von Blutgefäßen (Arterien, Venen, Kapillaren). Es darf nur einwandfreies und steriles Material
eingesetzt werden. Hierfür stehen entsprechende Einmalartikel zur Verfügung. Für die Punktion sollten nicht zu feinlumige Kanülen verwendet
werden. Die venöse Blutentnahme sollte an geeigneter Stelle im Bereich der Ellenbeuge, des Unterarmes oder des Handrückens
erfolgen. Die bestehenden Einflussfaktoren sind zu berücksichtigen.
Standardblutentnahme möglichst morgens zwischen 08.00 Uhr und 09.00 Uhr nach einer Nüchternperiode von ca. 12 Stunden.
Umgebungstemperatur ca. +18 °C bis +30 °C einhalten, der Patient sollte mindestens 10 Minuten sitzen oder liegen
Möglichst keine Entnahme aus einem bereits liegenden Verweilkatheter. Wenn keine andere Möglichkeit besteht, sollte etwa das 10fache
des Totvolumens des Katheters vorab entnommen werden. Staubinde etwa eine Handbreit oberhalb der Punktionsstelle anlegen, der Staudruck
sollte zwischen 50 und 100 mm Hg (Puls bleibt fühlbar), die Stauzeit sollte so kurz wie möglich sein, kein Faustschluss
Anschließend Auswahl der Punktionsstelle und Desinfektion mit zugelassenen Substanzen. Die Punktion erfolgt in Verlaufsrichtung der
ausgewählten Vene unter leichter Spannung der Haut entgegen der Stichrichtung (die Schliffrichtung der Kanüle zeigt nach oben). Nach
erfolgreicher Punktion wird die Stauung gelöst, dann erfolgt die Blutentnahme. Nach erfolgloser Punktion sollte die Stauung sofort gelöst
werden, eine erneute Punktion soll möglichst am anderen Arm oder notfalls handwärts der Punktionsstelle am selben Arm versucht werden.
Punktionsstelle nach Entfernen der Kanüle ausreichend lange (ca. 5 Minuten) mit einem Tupfer unter ausreichendem Druck verschließen.
Alle Blutröhrchen mit Zusatz unmittelbar nach der Entnahme mehrmals (ca. 8x) über Kopf mischen (nicht schütteln!).
Benutzte Kanülen in einem speziellen Kanülenabwurfbehälter entsorgen! Mit anhängendem Sicherheitsverschluss sichern.
Kein Recapping!

2.2.2. Abnahmereihenfolge

Die Blutentnahme erfolgt nach neben stehender Reihenfolge:

  1. Blutkulturen
  2. Nativblut (Serum)
  3. Citratblut (Gerinnungsuntersuchungen)
  4. EDTA- / Heparinblut
  5. Fluoridblut

2.2.3. Kapillarblutentnahme

Nur bei intakten peripheren Kreislaufverhältnissen durchführen!
Erwärmen der Punktionsstelle führt zur Arterialisierung des gewonnenen Blutes.
Punktionsstellen:

  • Fingerbeere
  • Ohrläppchen (Glucose als Hämolysat)
  • bei Säuglingen laterale oder mediale plantare Oberfläche der Ferse

Zwischen Einstichtiefe und Blutmenge besteht eine lineare Beziehung. Lanzette nach Punktionsstelle und erforderlicher Blutmenge auswählen,
wobei halbautomatische Systeme vorteilhaft sind

Vorgehensweise:

  1. Punktionsstelle auswählen, ggf. erwärmen, desinfizieren, kurz lufttrocknen
  2. Punktion ausführen, ersten Tropfen verwerfen
  3. Röhrchen oder Kapillare an Punktionsstelle bringen
  4. ohne starkes Quetschen entsprechende Menge entnehmen
  5. sofort durch mehrmaliges „Schwenken über Kopf“ - nicht Schütteln! - mischen bzw. luftblasenfrei gefüllte
    End-to-End-Kapillare (darf äußerlich nicht mit Blut kontaminiert sein) in dazugehöriges Gefäß geben und mischen.

2.2.4.Gewinnen von Serum, Plasma, Citrat-, EDTA-, Fluorid-, Heparinblut

Gewinnen von Serum

  • Vollblut in Monovette ohne Zusätze entnehmen
  • mindestens 20 min., höchstens 1 Stunde aufrecht stehend durchgerinnen lassen
  • ca. 10 min bei 1500 U/min zentrifugieren
  • ggf. Überstand (=Serum) in beschriftetes Probenröhrchen überführen und entsprechend der Vorschriften des
    jeweiligen Testparameters lagern

Gewinnen von EDTA-, Heparin-, Fluorid-Plasma

  • Vollblut in entsprechende Röhrchen (EDTA, Heparin, Fluorid) entnehmen und durchmischen
  • sofort zentrifugieren (ca. 10 min bei 2000 bis 3000 U/min)
  • ggf. Überstand (=Plasma) in beschriftetes Probenröhrchen überführen und entsprechend der Vorschrift des jeweiligen
    Testparameters lagern

Gewinnen von (tiefgefrorenem) Citratplasma für Gerinnungsanalysen

  • möglichst unmittelbar, spätestens aber 1 Stunde nach der Entnahme, ist das Citratblut in einem verschlossenen Zentrifugenröhrchen aus
    Kunststoff bei mindestens 3000 U/min 15 min zu zentrifugieren
  • Das Citratplasma wird unter strenger Schonung des Buffy-Coat (Leukozytenschicht zwischen Plasma und Erythrozyten) abpipettiert, in ein
    beschriftetes Probenröhrchen überführt und tiefgefroren. Dieses Röhrchen kann dann bei -20 °C aufbewahrt werden.

Die unmittelbare Analytik nach Blutentnahme ist dem Einfrieren vorzuziehen. Falls dies aus organisatorischen Gründen nicht
praktizierbar ist, ist das Tieffrieren des Plasmas – NICHT des Vollblutes! - bei -20°C möglich.

Art des Materials:

Falls nicht besonders angegeben, werden sämtliche Analysen in unserem Labor grundsätzlich aus Serum durchgeführt. Gerinnungsanalysen
erfolgen aus Citrat-Plasma, Blutbilder werden aus EDTA-Vollblut erstellt.

2.3. Einfluss auf die Blutentnahme

2.3.1.Tageszeitliche Schwankungen

Viele Laboruntersuchungen zeigen im Tagesverlauf typische Schwankungen, hier eine Auswahl (* = Abweichung in %):

Maximum morgens      Maximum mittags   Maximum abends
Parameter * Parameter *          Parameter *          Parameter *
ACTH + 200 Cortisol +50   Eisen +100   STH +400
Renin +140 Hämoglobin +50   Eosionophile +30   Kreatinin +100
Noradrenalin +120 Leukozyten +50   Kalium +15   Myoglobin +70
Prolaktin +100 Bilirubin +50         Harnstoff +50
Aldosteron +80             TSH +50

2.3.2.Weitere Einflussfaktoren auf die Blutentnahme (Auswahl)

Sie sollten vor der Blutentnahme beachtet werden.

Einflussfaktor Einfluss
Rauchen Anstieg der Leukozyten, einiger Enzymwerte und einiger Tumormarker (z.B. CEA)
Alkohol Erhöhung der Leberenzyme, Verminderung von Folsäure
Morphine rhöhung von Amylase, Lipase, GOT, GPT, AP, Bilirubin, Gastrin, Prolaktin
Cannabis Erhöhung von Natrium, Kalium, Harnstoff, Chlorid, Insulin, Verminderung von Kreatinin, Glukose,
Harnsäure
Mehrtägiges Fasten Verminderung von Glukose, Erhöhung von Natrium, Kalium, Bilirubin
starke körperliche Belastung 45 Minuten nach einem Marathonlauf Anstieg von CK, GOT, Bilirubin, Harnstoff, Harnsäure, anorg.
Phosphat, Glukose, Albumin, Calcium
Stauzeit Albumin (-2 %), Bilirubin (+8 %), Cholesterin (+5 %), Kreatinin (-9 %), Eisen (+7 %), Glukose (- 9 %),
GGT (-10 %), Kalium (+5 %), Lipase (+5 %), Protein (+5 %)

2.4. Urinproben

2.4.1. Allgemeines

Die häufigsten Fehlerquellen bei der Urinuntersuchung liegen erfahrungsgemäß bei der Gewinnung.
Dies betrifft z.B.

  • Sammelfehler
  • Genitale Reinigung
  • Zusätze zur Stabilisierung bestimmter Analyte

Bei Drogenanalysen sind Manipulationen des Urins auszuschließen

2.4.2. Gewinnen von Spontanurin

Der Patient sollte genau instruiert werden, was unter einem Mittelstrahlurin zu verstehen ist. Der Uringewinnung sollte eine genitale
Reinigung vorausgehen. Hier ist eine ungenügende Präanalytik häufig Ursache von verfälschten Untersuchungsergebnissen
(z.B. Leukozytenzählung)

2.4.3. Gewinnen von Sammelurin

24-h-Sammelurin ohne Zusätze

Beginn der Sammelperiode 7.00 Uhr. Ersten Morgenurin verwerfen. Danach Sammeln aller Urinportionen im Sammelbehälter bis zum
nächsten Morgen 7.00 Uhr → den letzten Morgenurin dazugeben, Gesamturinmenge gut durchmischen. Benötigte Teilurinmenge in
Probenröhrchen abfüllen und entsprechend der angeforderten Analyte lagern. 24-h-Menge angeben!

24-h-Sammelurin angesäuert

Beginn der Sammelperiode 7.00 Uhr. Ersten Morgenurin verwerfen, nächste Probe im Behälter sammeln, in dem 20 ml 50-%ige Essigsäure
vorgelegt wurde, anschließend durch Schwenken vermischen. Weiteres Vorgehen → siehe Sammelurin ohne Zusätze

2.4.4. Spezielle Vorschriften zur Urinsammlung

→ siehe einzelne Analyse

2.5. sonstige Proben

2.5.1. Molekularbiologische Methoden

Achtung:
Blutproben: Für die Polymerasekettenreaktion (PCR) sollten stets separate originalverschlossene Blutentnahmegefäße eingesandt werden
(Vermeidung von Kontaminationen). Bitte prinzipiell KEIN Heparinblut einsenden (mögliche Hemmung der PCR). Generell Vollblut ohne
Zusätze oder Vollblut mit EDTA-Zusatz einsenden! → siehe auch Kapitel „PCR“

2.5.2. Molekulargenetische Methoden

Die Einsendung aller Probengefäße sollte unzentrifugiert und originalverschlossen mit Kennzeichnung des Vor- und Nachnamens sowie
Geburtsdatums des Patienten erfolgen. Der Probentransport sollte sofort erfolgen. EDTA- oder Citratblut einsenden (Kein Heparinblut
→ PCR-Hemmung möglich). Eine vom Patienten (oder von dessen gesetzlichem Vertreter) unterschriebene Einverständniserklärung gem.
Gendiagnostikgesetz ist zwingend notwendig!

2.5.3. Arbeits- und umweltmedizinische Untersuchungen

Je nach Analyse können bestimmte Entnahmebedingungen und/oder spezielle Entnahmegefäße (z. B. Rollrandröhrchen) erforderlich sein;
bitte vorher telefonisch erfragen und ggf. Spezialröhrchen anfordern.

2.5.4. Wasseranalytik

Hierfür existiert ein extra Kapitel → siehe Laborprogramm

2.5.5. Mikrobiologische Untersuchungen

Siehe Präanalytik Mikrobiologie

Unsere Öffnungszeiten

Mo., Di. und Do. 08:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Mi. und Fr. 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Unsere Blutentnahmezeiten

Mo. bis Fr. 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Kontakt

Partnerschaftspraxis für Laboratoriumsmedizin
und Mikrobiologie

Tel 05151 / 95 30 0
Fax 05151 / 95 30 5000

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