Metabolische Azidosen stellen die häufigste Störung im Säuren-Basen-Haushalt dar und können je nach ihrer Genese in Additions-, Subtraktions-, Verteilungs- und Retentionsazidosen weiter unterschieden werden.

Additionsazidosen entstehen durch vermehrte Bildung nicht-flüchtiger Säuren wie Milchsäure (Lactatazidose) und Acetessigsäure (Ketoazidose des Diabetikers) sowie nach Salicylatintoxikationen und Intoxikationen mit Substanzen, die in vivo zu organischen Säuren abgebaut werden (z.B. nach Intoxikationen mit Methanol, Diethylenglykol, Ethanol). Die Additionsazidose ist gekennzeichnet durch eine große Anionenlücke, die sich wie folgt berechnet lässt:

Formel:

Anionenlücke = Na+ [mmol/l] – (Cl [mmol/l ] + HCO3- [mmol/l])

Natrium (Na+): mmol/L
Chlorid (Cl–): mmol/L
Hydrogencarbonat (HCO3-): mmol/L

 

*Bitte beachten Sie:

Eine Differenz >16 mmol/l ist ein Hinweis auf eine erhöhte Konzentration von Anionen organischer Säuren.

Additionsazidosen: Anionenlücke vergrößert
Substraktionsazidosen:  Anionenlücke normal
Retentionsazidose durch fehlende
Aldosteronwirkung:
Anionenlücke normal
Glomerulär-renale Azidose:   Anionenlücke vergrößert

 Literatur:

[1]  Dörner K., Klinische Chemie und Hämatologie, 7. Aufl., Thieme-Verlag, 2009.
[2]  Man S. Oh et al., The anion gap, N Engl J Med, 1977; 297:814-817.
[3]  Neumeister B., Besenthal I., Böhm B. O., Klinikleitfaden Labordiagnostik, 4. Aufl., Elsevier Verlag, 2008.